Neues Kapitel

Heute werde ich sentimental. Heute Morgen bin ich das letzte Mal zu Fuß zur Arbeit gegangen, durch die Nordstadt. ❤ Meine Heimat seit 5 Jahren. Das war ein merkwürdiges Gefühl. Zum letzten Mal bin ich den Menschen begegnet, denen ich jeden Morgen begegnet bin. Der Kioskbesitzer oben an der Ecke, der anscheinend nie geschlossen hat.
Der Friseur, der jeden Morgen freundlich winkt. Der Mann, der mit seinem Auto die Ware der Konditorei abholt. Die zwei Männer in den Anzügen, die in der Nordstadt ihre Autos parken und dann in die Stadt gehen. Die Verkäuferin in der Bäckerei, die Friseurin, die morgens in ihrem Laden erstmal ein Zigarettchen raucht. Nie habe ich großartig mit einem von ihnen kommuniziert, trotzdem waren sie verlässlich jeden Morgen da.
Aber auch zum letzten Mal sich Höchsten rauf und runter quälen, und Höchsten heißt nicht umsonst Höchsten. 😉
Ab Februar wird der Zug mich dann zur Arbeit bringen.
Nächste Woche geht es los. Speed-Renovierung. Vermutlich werde ich jeden Tag früher aufstehen, wie wenn ich zur Arbeit gehe. Wer mich kennt, weiß, was das für mich bedeutet 😀 😉
Auf diesem Wege möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die mir die Daumen gedrückt haben, gut zugeredet haben und vor allem ein offenes Ohr hatten für mich und meine angeschlagenen Nerven auf dem Weg zu unserer Eigentumswohnung.
Hoffentlich warten nun keine bösen Überraschungen mehr auf uns.
Also, vielen, vielen Dank! ❤
Ich hoffe, ich werde mich in Langerfeld so wohl fühlen, wie in der schönen Nordstadt. Auf jeden Fall freue ich mich auf neue Menschen, die mir jeden Morgen begegnen.
Wenn ich aus dem Renovierungs-Urlaub zurück bin werde ich dann „Sway“ nachholen (wenn es denn dann auch läuft), ebenso wie die restlichen Hausaufgaben, die bis dahin sich sammeln werden.

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Keeeb on …

Montagmorgen, 7.20 Uhr. Der Wecker klingelt zum 20. Mal. Wie jeden Morgen geht der erste, wache Griff zum Handy. Seit ein paar Wochen sehe ich dann, unter anderem direkt die Mail mit der neuen Wochenaufgabe. Alleine die Überschrift lässt mich mit den Augen rollen. „Kuratierungsdienste“. Hilft ja nichts. Aufstehen, fertig machen, ab zur Arbeit.
Im Ersatz-Büro angekommen setze ich mich auf meinen kalten Platz. Wenn der Hausmeister nicht alle drei Tage angerufen wird zum Heizung entlüften, funktioniert die nämlich nur bei Tammy vorne. Wie war das nochmal mit Sitzheizung?! 😉
Dann geht es wieder los. Das Gebohre. Reißen die den Anbau doch noch ab? So klingt es jedenfalls. All day long! Ständig knallt Schutt an die Scheibe, das ständige Aufschrecken wärmt mich wenigstens etwas. Ich schreie die Buchhändlerin am Telefon an um den Lärm zu übertönen und lese mir danach den Rest zur Überschrift „Kuratierungsdienste“ durch.
What? Noch nie von gehört. Das soll hilfreich sein? Neeee. Mache ich Mittwoch. Stets in der Hoffnung, dass dann die Handwerker fertig sind. Gefühlt sitzt einer von ihnen mir nämlich gleich mitsamt Bohrer auf dem Schoß. Durchbruch.
Zurück zur Aufgabe der Woche.
Wenn ich richtig gezählt habe ist das jetzt der 7. Account zu dem wir „gezwungen“ werden. „Gezwungen“ in Anführungsstrichen, weil ich zumindest 3 davon schon vorher hatte. Noch ein Dienst mehr, der mir dann ständig uninteressante Mails schickt.
Ich habe mich also vorhin bei Keeeb angemeldet. Ich weiß jetzt warum ich davon noch nie gehört habe. Weil es aus meiner Sicht keiner braucht, ähnlich wie Twitter. 😉
Aber das bleibt ja, wie immer, jedem selbst überlassen, was er für sinnvoll erachtet und was nicht. Erstmal war ich, genau wie die liebe Tammy sehr erschrocken darüber, dass Keeeb automatisch mein Profilbild von WordPress übernommen hat, ohne zu fragen. Das finde ich überhaupt nicht cool!
Dann ging es los. Themen, Seiten, Keeebies erstellen. Es hat gut eine Stunde gedauert, bis wir uns da durchgearbeitet haben. Nebenbei erwähnt, die Aufmachung finde ich gelungen. Es ist hübsch anzusehen, aber die handhabung war alles andere als leicht herauszufinden. Nun bin ich ja generell ein „affiner“ junger Mensch, der sich gerne mit Social Media, Fakten checken und co beschäftigt und interessiert ist. Aber Keeeb hat mich auf die Probe gestellt. Hand aufs Herz. Wer wird das in seinem Alltag nutzen? Ich definitiv nicht.
Sammlungen anlegen. Wovon denn? Was soll ich denn da sammeln? Alles was mich interessiert suche ich mir auf anderen Diensten zusammen und brauche ich auch nicht zwingend sammeln, weil das Internet ist schnelllebig. Kommt doch eh ständig was neues interessantes. Übrigens, dadurch, dass ich nach was gesucht habe, was ich „sammeln“ könnte sah ich auf unserer Homepage, dass der Romanraum morgen geschlossen ist wegen der Baustelle. Hätte ich so nicht gewusst. Vielleicht sollte man eher nochmal über andere Kommunikationswege hier nachdenken, bevor wir anfangen irgendwelche alten Internetbeiträge zu sammeln.
Werde ich hier etwas sarkastisch und fies? Ja, vielleicht. Aber, wenn ich schon jetzt Blogschreiberin bin und meine Gedanken teilen soll, dann auch meine wirklichen und ehrlichen.
Achso. Einsatzmöglichkeiten in der Bibliothek. Sehe ich nicht. RSS, ja. Keeeb, nein. Wieviele von unseren Lesern sind bei Keeeb?! Wieviele Kollegen werden das im Alltag noch nutzen?! Meine persönliche Meinung. Wenn mir jemand das Gegenteil beweisen kann, gerne. 🙂
Übrigens, noch als Schlusswort: Bei Pinterest bin ich ganz freiwillig angemeldet. Die nerven auch tierisch mit ständigen Mails, aber zur Inspiration durchaus gelungen.
Einfach gehaltene Oberfläche mit der Möglichkeit Bilder zu sammeln. Much more easy peasy als Keeeb-Sammlungen anzulegen. 😉

Und es gibt ihn doch …

… den Schalter für den Kopf. Oder?
Erst einmal habe ich mich mit der Frage auseinander gesetzt, ob ich diesen Blog eigentlich in „Du“ oder „Sie“-Form schreiben soll. Habe mich aus dem Bauch raus für die „Du“-Variante entschieden 🙂

Ich weiß, ich weiß … Schon zwei Kolleginnen würden sich über Nagellack-Beiträge freuen, da müsste ich heutzutage eher alte Sachen raussuchen, die Zeit ist im Moment so knapp für tolle Designs…

Zeit. Darum geht es dieses mal schoooon wieder … Liegt vielleicht daran, dass sie derzeit mir durch die Finger rinnt, wie nie zuvor. Heute habe ich es wieder deutlich gemerkt. Erst ging es zur Arbeit (zum Glück zum kurzen Tag!), danach hetzte es mich zur Bank. Der ungefähr 12. Termin dank unserem eventuell, vielleicht Eigentumswohnungskauf und noch immer ist nichts unterschrieben. Nebenbei bemerkt: Krass, wie schwer man es vor allem den jungen Menschen macht Eigentum zu erwerben. Mit Anfang 40 wäre ich Kreditwürdiger als mit Anfang/Mitte 20! Trotz Festverträgen. Und ich dachte immer, jung anfangen wäre super. Ist es wahrscheinlich auch, finden nur die Banken nicht. Verrückt.

Danach ging es über einen Umweg nach Hause. Schnell noch Geschenke besorgen für die Schwester, die morgen (schon wieder) Geburtstag hat, wo ist nur die Zeit geblieben? Theoretisch wäre jetzt der Haushalt dran, der zugegebenerweise derzeit sehr leidet. Dank meinen chronisch verstopften „Nebenhöllen“ lande ich da eher die Zeit auf der Couch, unter der Decke und warte schniefend bis mein Freund das Essen fertig hat 😉 Dann ging es schon weiter zur Theaterprobe, bald ist Aufführung, die Proben sind zeitintensiv und aufregend. Danach noch schnell zum Briefkasten rumfahren um wichtige Post einzuwerfen, wer weiß ob morgen Zeit ist einen Briefkasten aufzusuchen?! Ab nach Hause und eigentlich noch spülen … Neeee, mach ich morgen. Mit meiner Mutter sprach ich gestern noch darüber, ob ich einen Geheimtipp hätte zum Abschalten. Nein, nicht wirklich. Eigentlich gar nicht. Tatsächlich bereiten mir Banken, Notare, Nebenhöllen und Proben derzeit kurze Nächte. Aber eine klitzekleine Geheimwaffe, die habe ich. Man mag es verrückt finden, oder auch nicht. Mein Freund, Elektroniker, gab mir mal ein kleines, für Handtaschen geeignetes Schalterchen mit. „Dann kannst du symbolisch manchmal den Kopf und den Stress abschalten.“ Und ja, manchmal hilft es tatsächlich 😉

Ob es mir bei den finalen Aufregungen, die in naher Zukunft auf mich warten, helfen wird ist fraglich. Aber vielleicht beschert es mir manchmal klitzekleine Momente, die mich von einer akuten Panikattacke ablenken, die mein Zeitmanagement ab und an auslöst. Ansonsten gibt es im Büro gute Entspannungsmusik von Tammy’s Lib-Café zum runterkommen 😉 ❤

Jetzt habe ich mir sogar die Zeit noch genommen, das zu schreiben, aber vielleicht hilft auch das danach mal abzuschalten?! Den Schalter jedenfalls, habe ich immer dabei 🙂

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